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Multitenancy & Compliance: So setzen Agenturen die self-hosted Marqentra‑Plattform live — Mandantenmanagement, Audit‑Trails und DSGVO‑Nachweis in der Praxis

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Agenturen, die mehrere Kund:innen managen, brauchen sowohl flexible Multitenancy‑Funktionen als auch klare Nachweise für Datenschutz und Compliance. Dieser Leitfaden zeigt praxisorientiert, wie Sie die self‑hosted Marqentra‑Plattform der MDH Group als mandantenfähige Lösung aufsetzen: von der Installation über Rollen‑ und Schlüsselverwaltung bis zu Audit‑Trails und Prüfungsdokumenten.

Voraussetzungen vor dem Start

  • Technische Infrastruktur: VM/Server mit stabiler Netzwerk‑Anbindung, TLS‑fähiger Reverse Proxy (z. B. nginx), ausreichend CPU/RAM/Storage je nach Nutzungsprofil.
  • Security‑Grundlagen: Key‑Management (KMS/HSM oder verschlüsselte Datei‑Keys), Backup‑Strategie, Monitoring/Logging‑Stack (z. B. Prometheus, Grafana, ELK/EFK oder SIEM).
  • Organisatorisch: Verantwortlichkeiten (Plattform‑Admin, Tenant‑Admin, Datenschutzbeauftragte), Verfahrensverzeichnis und Auftragsverarbeitungs‑Regelungen (falls Drittleistungen beteiligt sind).

1. Installation & Basiskonfiguration

  1. Installieren Sie die self‑hosted Marqentra‑Plattform auf einer dedizierten Instanz. Achten Sie auf getrennte Datenverzeichnisse für Mandantendaten.
  2. Führen Sie initiale Sicherheitskonfigurationen durch: Aktivieren Sie TLS auf allen Einfallspunkten, erzwingen Sie HSTS und Redirect von HTTP auf HTTPS.
  3. Richten Sie Backups (siehe Checkliste weiter unten) und ein Basis‑Monitoring ein, bevor Sie Mandanten anlegen.

2. Mandanten anlegen: Best Practices

  1. Erstellen Sie für jede Kund:in einen separaten Mandanten (Tenant) mit isoliertem Storage und Datenbank‑Schema oder klaren Namensräumen.
  2. Setzen Sie Quotas (Storage, API‑Rate, Modellaufrufe), um Kosten zu kontrollieren und unbeabsichtigte Ressourcenkonkurrenzen zu vermeiden.
  3. Dokumentieren Sie Mandantenvereinbarungen: Verantwortlichkeiten, SLA, Datenlöschfristen, Zugriffskonzepte.

3. Rollen & RBAC — Minimalprinzip in der Praxis

  • Definieren Sie klare Rollen: Plattform‑Admin (global), Tenant‑Admin (kundenbezogen), Moderator, Content‑Creator, Auditor, API‑Service.
  • Implemen­tieren Sie granulare Berechtigungen (lesen, schreiben, moderieren, exportieren) statt pauschaler Admin‑Rechte.
  • Erzwingen Sie MFA für Admin‑ und Tenant‑Admin‑Accounts; setzen Sie Session‑Timeouts und Rollenüberprüfung bei sensiblen Aktionen (Schlüsselwechsel, Löschvorgänge).

4. Eigene KI‑Keys integrieren & Datenhoheit sichern

  1. Erlauben Sie pro‑Tenant Konfiguration eigener KI‑API‑Keys. Speichern Sie Keys verschlüsselt (KMS oder verschlüsselte Dateien) und nicht im Klartext.
  2. Gestalten Sie eine klare Trennung: Modellaufrufe über Tenant‑Keys laufen unmittelbar, um sicherzustellen, dass keine Plattform‑stammenden Schlüssel Kundendaten verarbeiten.
  3. Protokollieren Sie jeden externen Modellaufruf mit Tenant‑ID, User‑ID, Zeitstempel, verwendetem Modell und Request‑Hash für spätere Prüfungen.

5. Moderations‑Autopilot: Konfiguration & Sicherheit

  • Nutzen Sie Autopilot‑Templates für Moderation, aber aktivieren Sie Review‑Pipelines: Filterscores über Schwellenwert → automatische Markierung statt sofortigem Löschen.
  • Konfigurieren Sie eskalierende Workflows: Automatische Maßnahmen (Warnung, temporäre Sperre) vs. manuelle Prüfung durch Moderator:innen.
  • Versionieren Sie Autopilot‑Prompts und Moderationsregeln, damit Änderungen jederzeit nachvollziehbar sind.

6. Logging, Observability & prüffähige Audit‑Trails

  1. Aktivieren Sie strukturiertes Logging (JSON) mit folgenden Pflichtfeldern: Zeitstempel (UTC), Tenant‑ID, User‑ID, Aktionstyp, Ressource, Vorher/Nachher‑Status, Request/Response‑Hash (wenn datenschutzgerecht).
  2. Setzen Sie append‑only Logstores oder signierte Logs ein, um Manipulation zu verhindern. Wägen Sie Prüfsummen oder Signaturen gegen Performance ab.
  3. Implementieren Sie ein Audit‑Exportformat (CSV/JSON) mit Filtermöglichkeiten nach Zeitraum, Tenant und User, sodass Datenschutzbeauftragte oder Auditoren relevante Datenschnitte erhalten.
  4. Richten Sie Alerts für sicherheitsrelevante Ereignisse ein: fehlgeschlagene Admin‑Logins, unautorisierte API‑Zugriffe, ungewöhnliche Volumen an Modellaufrufen.

7. DSGVO‑Nachweis: Welche Dokumente Sie bereithalten müssen

  • Verzeichnis von Verarbeitungstätigkeiten (für jede Tenant‑Konstellation erläutern, welche Daten verarbeitet werden).
  • TOMs‑Dokumentation (technische und organisatorische Maßnahmen: TLS, KMS, Backups, Zugangskontrollen).
  • Risikobewertung / DPIA (Schwerpunkt: Einsatz externer KI‑Modelle, Datenweitergabe, Profiling‑Risiken).
  • Protokoll exportierbarer Audit‑Reports (Vorgehen und Beispiel‑Exportsätze für Behördenanfragen).
  • AVV / Vertragsanhänge (sofern Sie als Sub‑Auftragsverarbeiter für Kund:innen auftreten).

8. Checkliste: Backups, TLS & KMS (technische Mindestanforderungen)

  • Backups:
    • Vollbackup wöchentlich, inkrementell täglich; Testwiederherstellung vierteljährlich.
    • Verschlüsselung der Backups (serverseitig mit KMS‑Key).
    • Aufbewahrungsfristen dokumentieren und automatische Rotation/Pruning einrichten.
    • Offsite‑Kopie oder Cloud‑Archiv für Katastrophenfall.
  • TLS:
    • Public‑Facing: aktuelles Zertifikat, OCSP‑Stapling, TLS 1.2+ (bevorzugt 1.3).
    • HSTS mit geeigneter max‑age, Redirect von HTTP auf HTTPS, sichere Cipher‑Suite‑Konfiguration.
    • Automatisierte Erneuerung (Let’s Encrypt oder Enterprise‑CA) und Monitoring ablaufender Zertifikate.
  • KMS:
    • Schlüsselrotation mindestens jährlich, Zugriff über RBAC getrennt vom Plattform‑Admin.
    • Auditierbare Schlüssel‑Zugriffe und Protokolle über KMS‑Events.

9. Prüfprozesse & Go‑Live

  1. Führen Sie eine Pre‑Go‑Live‑Checkliste durch: Backup‑Snapshot, TLS‑Test, RBAC‑Stresstest, Autopilot‑Simulationsläufe mit Testdaten.
  2. Starten Sie mit Pilot‑Mandanten (z. B. 1–3 Kund:innen) und evaluieren Sie Performance, Moderationsprozesse und Audit‑Exports.
  3. Formalisieren Sie einen Änderungsmanagement‑Workflow (Änderungen an Prompts, Moderationsregeln, RBAC müssen dokumentiert und versioniert werden).

10. Entscheidungshilfe: Passt Marqentra self‑hosted zu Ihrer Agentur?

  • Ja, wenn: Sie mehrere Mandanten verwalten, volle Datenhoheit benötigen, eigene KI‑Keys nutzen wollen und prüffähige Audit‑Trails für Compliance wichtig sind.
  • Besser prüfen, wenn: Sie keine eigenen Ressourcen für Betrieb/Backup/Monitoring bereitstellen können oder hohe SLAs ohne Managed‑Services benötigen.

Empfehlung: Beginnen Sie mit einer 7‑Tage‑Demo der self‑hosted Plattform, um Mandanten‑Isolation, Autopilot‑Flow und Audit‑Export an Ihren realen Prozessen zu testen. Für eine Demo und konkrete Unterstützung bei Setup und DSGVO‑Dokumenten besuchen Sie bitte die MDH Group‑Seite und fordern Sie eine 7‑Tage‑Demo an: 7‑Tage‑Demo anfragen.

Wenn Sie möchten, kann ich Ihnen eine angepasste Implementierungs‑Checkliste für Ihre konkrete Agenturgröße erstellen oder ein Beispiel‑Verzeichnis von Verarbeitungstätigkeiten für eine typische Agentur‑Mandantenstruktur. Teilen Sie mir dafür kurz Ihre Infrastruktur‑Rahmenbedingungen mit.